UND AUSSERDEM …

Werwölfe, Götter und Roman Polanski. Unterschiedlicher
könnte der Rest des Kinomonats nicht ausfallen.

Text ~ Jörg Schiffauer

Werwölfe zählen zu den klassischen Gestalten des Horrorfilms, die Halbwesen, denen ihre tierische Seite immer wieder zum Verhängnis wird, sind aus der Geschichte des Genres nicht wegzudenken. Den Meilenstein in Sachen Werwolf legte Hollywood bereits im Jahr 1941 mit The Wolf Man, einem Klassiker, in dem Lon Chaney, Jr. den unglücklichen Protagonisten auf so unnachahmliche Weise verkörperte und mit dem sich immer noch alle Neuinterpretationen messen müssen. Auch in der neuesten Version wird sich der Vergleich aufdrängen, denn Regisseur Joe Johnston orientiert sich mit dem Plot von The Wolfman (Universal Pictures, 12. Februar) ziemlich eng an der Fassung aus den Vierziger Jahren. Die Titelrolle übernimmt Benicio del Toro, begleiten dürfen seine unheimliche Transformation Anthony Hopkins, Emily Blunt, Geraldine Chaplin und Hugo Weaving. Man darf also durchaus gespannt sein, ob der aktuelle Werwolf immer noch in der Lage ist, Angst und Schrecken zu verbreiten.

Chris Columbus hat sich im Verlauf seiner Karriere zu einem Spezialisten für Filme, die dezidiert auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten sind, entwickelt. Begründet hat der Regisseur diesen Ruf mit Home Alone, mit den Inszenierungen von zwei Filmen aus der Harry-Potter-Reihe etablierte sich Columbus endgültig als eine feste Größe in diesem Subgenre, dem er auch mit seinem neuen Film Percy Jackson – Diebe im Olymp (Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief, Centfox, 12. Februar) treu bleibt. Dabei stellt Teenager Percy zu seiner Überraschung fest, dass er der Nachfahre eines griechischen Gottes ist, worauf der junge Mann sofort in die aktuellen Turbulenzen, die im Olymp vorherrschen, verwickelt wird. Für die Darstellung der diversen Figuren aus der griechischen Mythologie konnte Chris Columbus immerhin so prominente Schauspieler wie Pierce Brosnan, Uma Thurman, Sean Bean und Rosario Dawson gewinnen.

Man würde es Roman Polanski wünschen, dass sich die Berichterstattung wieder primär auf seine Rolle als Filmemacher konzentriert. Der Plot seines neuen Films Der Ghostwriter (The Ghost Writer, Filmladen, 19. Februar) klingt vielversprechend: Der titelgebende Protagonist (Ewan McGregor) soll die Memoiren des ehemaligen britischen Premierministers (Pierce Brosnan) fertig stellen, doch bei seinen Recherchen für das Buch macht er eine Entdeckung, die die Karriere des Politikers in einem anderen Licht erscheinen lässt. Und bald muss der Autor erkennen, dass diese brisanten Enthüllungen nicht ungefährlich für ihn sind. Rezensieren durften wir The Ghost Writer trotz Sichtungsmöglichkeit nicht, eine eingehendere Berichterstattung hat der deutsche Verleih vor dem Berlinale-Einsatz des Films nämlich untersagt. Ob derartige Methoden dazu beitragen, Polanskis Werk die richtige Aufmerksamkeit zu verschaffen, darf allerdings stark angezweifelt werden.

Nach mehreren Terminverschiebungen wird nun doch endlich Martin Scorseses Thriller Shutter Island (Constantin Film, 26. Februar) anlaufen. Mehr darüber in der nächsten „ray“-Ausgabe.