Ein riskanter Plan

Ein zu Unrecht verurteilter Ex-Polizist balanciert am Abgrund.

 

Das Leben hat Nick Cassidy (Sam Worthington) ganz unvermittelt ein paar ganz miese Karten zugeteilt. Wegen eines spektakulären Diamantenraubs unschuldig verurteilt, landet der Cop plötzlich im Gefängnis. Den kurzen Freigang zum Begräbnis seines Vaters nützt er zur Flucht, doch um nicht auf ewig ein vom Gesetz Gejagter zu bleiben, setzt Nick eine spektakuläre Aktion in Gang, um eine größere Öffentlichkeit auf seine missliche Lage aufmerksam zu machen: Er steigt auf das Fenstersims seines Hotelzimmers im 21. Stock mitten in New York und droht, sich in die Tiefe zu stürzen. Kommunizieren möchte Nick zudem nur mit der rasch herbeigeeilten Polizeipsychologin Lydia Mercer (Elizabeth Banks). Doch die vermeintliche Verzweiflungstat ist nur Teil eines ausgeklügelten und hochriskanten Plans, in dem Nick Cassidy seine letzte Chance sieht, seine Unschuld zu beweisen und die wahren Übeltäter zu entlarven.

Es ist eine altbekannte und bewährte Ausgangssituation – der Protagonist findet sich in einer schier ausweglosen Lage wieder, aus der er sich nur mittels extremer Maßnahmen herausmanövrieren kann – , die in Man on a Ledge bemüht wird. Wem zudem das spezifische Szenario mit dem vom Schicksal gebeutelten, zu Unrecht beschuldigten Cop und dem Verhandlungsspezialisten bekannt vorkommt, liegt natürlich richtig – das hat  F. Gary Gray schon 1998 in The Negotiator vorexerziert. Weil damals aber mit Samuel L. Jackson und Kevin Spacey in den Hauptrollen zwei Mimen am Werk waren, die Sam Worthington und insbesondere Elizabeth Banks  schauspielerisch in etwa so überlegen sind wie im Fußball der FC Barcelona Kapfenberg, war das psychologische Duell dort auch um ein Vielfaches nuancierter, glaubwürdiger und eindringlicher als dies in Man on a Ledge der Fall ist. Zudem rückt der Handlungsstrang mit dem Protagonisten am buchstäblichen Abgrund im weiteren Verlauf ein wenig in den Hintergrund, setzt der Plot doch  vermehrt auf spektakuläre Elemente mit deutlichen Anleihen bei Mission Impossible.

Was zur Folge hat, dass Man on a Ledge zu einem Hybrid aus psychologischem Thriller und routiniertem Actionkino mutiert, der aufgrund dieser Richtungslosigkeit zusehends erzählerische Unschärfen aufweist. Angesichts solcher Defizite überrascht es dann auch nur mehr wenig, dass die Dramaturgie konventionell vorhersehbar bleibt und in diesem eng gesteckten Rahmen selbst ein Kaliber wie Ed Harris nur als stereotyper Bösewicht agieren darf. Ein riskanterer Plan hätte Drehbuch und Inszenierung gut angestanden, so bleibt Man on a Ledge nur genreübliche Durchschnittsware.

 



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Ein riskanter Plan / Man on a Ledge


Thriller/Action, USA 20111
Regie Asger Leth
Drehbuch
Pablo F. Fenjves
Kamera Paul Cameron
Schnitt Kevin Stitt
Musik Henry Jackman
Production Design
Alec Hammond
Kostüm Susan Lyall
Mit Sam Worthington, Elizabeth Banks, Jamie Bell, Ed Harris, Genesis Rodriguez, Edward Burns, Anthony Mackie
Verleih Constantin Film, 102 Minuten

www.riskanterplan-derfilm.de

 

 



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