Fast & Furious 8

Neues für alle Benzinbrüder und -schwestern

 

Wer gedacht hatte, man könne den schieren Wahnsinn aus „F&F 7“ nicht mehr toppen, der wird in der neusten Ausgabe des Benzin-, Schweiß- und Tränen-Spektakels rasch eines Besseren belehrt, oder zumindest eines Schnelleren oder Heftigeren. Denn Doms und Letties Flitterwochen auf dem ehemals bösen Kuba (danke, Mr. Obama!) und Hobbs’ beschauliches Dasein als Trainer eines Mädchen-Fußballteams währen keine Film-Viertelstunde, da ist auf der Leinwand schon wieder der Teufel los. Oder, in Doms Fall, eher eine Teufelin: Charlize Theron ist offenbar bei Mad Max auf den Action-Geschmack gekommen, jedenfalls gibt sie hier eine ganz prächtige Superschurkin, die den armen Dom mittels fieser Erpressung zwingt, in Berlin (warum Berlin? Man weiß es nicht, es ist auch an nichts ersichtlich, dass es Berlin ist) eine Superwaffe zu klauen, mit deren Hilfe sie noch mächtiger und böser wird, als sie ohnehin schon ist. Und das ist erst der Anfang ...

Fast & Furious ist einen weiten Weg gegangen, von einem kleinen Zeitschriftenartikel mit dem Titel „Racer X“ und der ersten Nahezu-Low-Budget-Filmadaption im Jahre 2001 über die illegale Straßenrennen-Szene in Los Angeles und einen Undercover-Cop, der diese aufmischen soll. Heute, sechzehn Jahre später, halten wir bei einem sauteuren Spektakel, das einen James Bond blass und einen Ethan Hunt zumindest nachdenklich machen möchte. Nicht einer, sondern gleich mehrere superstarke bzw. -smarte Heldinnen und Helden, die sogenannte „Familie“, verwandeln attraktive Schauplätze, diesmal vor allem New York, verlässlich in ein Trümmerfeld. Gewiss, „Cipher“ – so der Name der Bösewichtin – mischt kräftig mit. Unter anderem richtet sie einen gewaltigen Blechsalat an, in dem sie harmlose Privatautos, Taxis usw. hackt, sodass diese von selber zu fahren beginnen, und zwar vor allem ineinander. Weitere Vehikel fallen wie Konfetti aus Parkgaragen auf die Straße – das bietet schon einen Schauwert, ebenso wie die finale, schier nicht enden wollende Verfolgungsjagd in Sibirien per Auto, Panzer, Motorrad,  Snow-Mobil, Flugzeug, U-Boot und allem, was sonst noch fahren kann. Gedreht wurde übrigens in Island.

Erzählerisch bleibt auch Teil 8 hinter den visuellen Einfällen zurück, aber das Storytelling war noch ja nie die Stärke dieser sogenannten Franchise. Jason Statham, ausgerechnet, bringt diesmal ein wenig Humor ein, und mit den Neuzugängen in der Besetzung hat man auf jeden Fall Pluspunkte gesammelt: Helen Mirren verleiht ihrem Kurzauftritt als Mutter der Shaw-Brüder den nötigen Pfiff, und Scott Eastwood als plappernder Jung-Agent ist ein amüsantes Gegenstück zu seinem in seinen Rollen eher schweigsamen Vater. Kurt Russell ist sowieso cool, Charlize Theron ist schneidig, Michelle Rodriguez gewohnt tough – und Vin Diesel und Dwayne Johnson tun das, was sie am besten können: ihre Muskelberge zum Wohle des Guten einsetzen. So soll es sein.

 

bannerKinoprogramm

 



Kein Kommentar vorhanden.


Action, USA 2017


Regie F. Gary Gray
Drehbuch Chris Morgan
Kamera Stephen F. Windon
Schnitt Paul Rubell, Christian Wagner
Musik Brian Tyler
Production Design Bill Brzeski
Mit Vin Diesel, Charlize Theron, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Jason Statham, Kurt Russell, Scott Eastwood, Helen Mirren, Nathalie Emmanuel
Verleih Universal Pictures, 136 Minuten
Kinostart 13. April

 

 



Tags


Social Bookmarks